Interview Computerspiel, Foto: Kai Rüsberg

oneshot – Video macht Schule

In der Schule wird zumeist zuhören und rezipieren gelernt. Für eigene Meinung oder sogar Kreati­vität ist im Unterricht nur viel zu selten Platz. Dabei sind Jugendliche sehr daran interessiert, ihre Meinungen und Äußerungen zu teilen – zumeist über ihre Plattformen und Netzwerke im Internet: bei Facebook, Instagram oder Whatsapp. Sie nutzen ständig moderne Tools und Kommunikations­wege. Doch die Kommunikationsinhalte sind meist nur auf sehr kurze Äußerungen beschränkt. Die eigene Kreativität und das Verständnis für komplexe Zusammenhänge stehen dort nicht im Vordergrund. Videoreportagen im Unterricht könnten das ändern.

#Oneshot Videos fördern zentrale Fähigkeiten

An dieser Stelle setzt meine Idee von #oneshot Videos mit dem Smartphone an. Videos mit dem Smartphone in der Schule zu produzieren, fördert eine ganze Reihe von Fähigkeiten. Fähigkeiten, die für Schüler besonders wichtig für ihre Entwicklung sind.  Als erstes: verschiedene Computersysteme (PC/Laptop, Tablet, Smartphone) je nach Einsatz­szenario ganz gezielt einzusetzen:
Je nach Aufgabe, ob es Recherche, Produktion oder Veröffentlichung ist. Die Idee setzt daher auf die Vermittlung einer differenzierten Medienkompetenz mit aktuellen Tools und Alltags-Produktionsmitteln. Die Schüler sind nach dieser #Oneshot-Schulung in der Lage, eine Bandbreite an Themen differenziert aufzubereiten und in sendefähige Smartphone-Videospots umzusetzen.

Was ist ein #Oneshot Video?

Die Idee des kurzen #Oneshot-Videos setzt darauf, dass an einem Drehort eine ganze Geschichte ohne Schnitt umgesetzt wird. Dazu zeigt die Kamera (das Smartphone) verschiedene Einstellungen am Drehort und filmt sowohl Details, springt zurück in eine halbnahe Einstellung und zeigt die Szene auch in der Totalen. Kurze Interviews wechseln sich mit einem reportierenden Teil ab, bei dem der Autor und Kameramann die zusätzlichen Informationen live einspricht. Sobald die Stopp-Taste gedrückt wird, ist der eine bis drei Minuten lange #Oneshot-Film bereits fertig. (mehr zu #Oneshot)

Menschen nahe kommen

Es sind noch eine ganze Reihe weiterer Fähigkeiten, die durch eine Produktion eines Videos nach journalistischen Maßstäben gefördert werden. Jugendliche müssen raus aus ihrer Komfortzone, müssen sich Menschen für ein Interview nähern, ihre Teilnahme aushandeln und ihre Berichtsziele prägnant formulieren und den Interviewpartner zur Teilnahme überzeugen. Stimmt er zu, muss ein passender Drehort ausgesucht und dem Interviewpartner der Ablauf erläutert werden.

Spontanität und Dramaturgie

Dann geht es erst richtig los: Der Fragesteller soll dem Gesprächspartner im wahrsten Sinne nahe kommen und sich dafür passende Frage überlegen. Dann muss er die Antworten verstehen und spontan reagieren. Alles in Echtzeit. Spontanität ist gefragt. Am Ende soll eine in sich konsistente Geschichte mit einem Anfang und logischen oder überraschendem Ende heraus kommen. Also eine Dramaturgie wird benötigt.

Gruppengröße

Solche Schulungen finden idealerweise in Kleingruppen von am Besten 6 bis zu 12 Schülern statt. Dann können die Fähigkeiten, die zur Produktion erster eigener Videos benötigt werden, in 4 bis 6 Doppelstunden erlernt werden. Auch größere Gruppen bis zu ganzen Klassenverbänden sind möglich, wenn die #Oneshot-Schulung mit anderen Schulungen zB. über Theorie zur Medienkompetenz, Urheber/Datenschutz oder Ethik sowie der Programmierung von Webseiten und Uploads in Social Media verbunden wird.

Umsetzung, Dauer

Bei einer ganzen Klasse, die zum Beispiel nur wöchentlich eine Doppelstunde zur Verfügung hat, sollte ein Schulhalbjahr eingeplant werden. Gut kombinierbar sind die Videoschulungen aber auch mit Aktionswochen z.B. vor den Schulferien oder bei Praktiker, wenn die Unternehmen mit einbezogen werden. Dabei lassen sich noch Wettbewerbe einbauen, die das Erlebnis in der Arbeitswelt ganz anders in Erinnerung halten.

oneshot – schnelles Video im Lokaljournalismus

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