Das ist mein Internet! – Atlas verfolgt über den Globus

Unter dem Namen #meinInternet poste ich von Zeit zu Zeit Tipps, wie man der Fremdbeherrschung im Internet zumindest kleine Riegel vorschiebt.

Atlas ist ein neuer Werbedienst von Facebook, der User im gesamten Netz erkennen und deren Verhalten protokollieren kann. Aus den Daten steuert er, was künftig beim Online-Surfen auf dem Bildschirm angezeigt wird und kann sogar auswerten, was online oder in Geschäften eingekauft wird.

Es reicht, wenn der Nutzer nur einmal auf einem stationären oder mobilen Gerät bei Facebook (oder auch anderen Social Media-Diensten) eingeloggt war. Jede Website, auf der sich Atlas einschleicht, wird somit zum Spion für Facebook. Dies funktioniert z.B. über ein Werbebanner, das über Atlas verlinkt wird. Ähnlich funktioniert auch seit Jahren DoubeClick: diese Tracking Cookies beobachten, was man wo kauft, wohin man surft, worauf man klickt. Aber auch andere Dienste, die im Hintergrund der Webseite ablaufen dienen zum Identifizieren und Auswerten des Nutzerverhaltens.

Aber man kann sich wehren, sich das Internet zurückerobern…

Der erste Tipp ist, sich bei Facebook immer auszuloggen. Auch und gerade auf Mobilgeräten. Beim Internetsurfen sollte man zudem Werbeblocker wie „Adblock Edge“ nutzen. Noch wichtiger ist es aber, die aktiven Tracker auszusperren. Dazu kann im Browser dieses Tool helfen:

www.ghostery.com

Die Konfiguration unter Ghostery ist weitgehend selbsterklärend. Im Zweifel kann man zunächst ruhig alles blocken und dann nach Bedarf wieder einzeln freigeben. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass bei Versionupdates die Einstellungen zurück gesetzt werden. Dann muß man noch mal ran.

Meine Empfehlung zum Einsatz von Ghostery:

  1. Setzt vgwort.de auf die „Whitelist“.
    VG Wort ist die Verwertungsgemeinschaft der Autoren, die journalistische Texte jeder Art im Internet produzieren. Es gibt ein winziges VGWort-Pixel, eingebaut auf Internetseiten, ein Byte, dass dazu dient, dass die VGWort erkennen kann, ob der Autor von ihr Geld erhält. Es geht zwar pro angeklickte Seite teils um weniger als einen Cent, aber manch ein Autor erhält so pro Jahr immerhin ein paar Euro für seinen Lebensunterhalt.
  2. Das Optionsfeld „Ghost-Rank“ sollte nur mit Bedacht (oder nicht) angeklickt werden. Damit erhält der Anbieter von Ghostery, selbst eine Analyse- und Werbe-Firma, anonyme Daten über die Blockierung von Trackern. Angeblich werden diese Daten aggregiert wieder an die Werbeindustrie verkauft.

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