Beweglich bleiben – Blogparade Weiterbildung im Journalismus

Ich habe in mehr als 20 Jahren im Journalismus unglaublich viel erlebt. Siege und Niederlagen, mein Leben im afrikanischen Busch riskiert, wurde zu Hause von Politikern bedroht und im Büro von Kollegen gefeiert – aber ich habe auch auf langen Sitzungen die Sessel plattgesessen, live auf dem Sender die Worte verloren und ein Redaktionsleiter brüllte mich vor den Kollegen an: „Sind sie denn vom Affen gebissen“.

Journalismus ist die schönste Berufung

Journalismus ist die größte und schönste Berufung der Welt. Und er wird gebraucht: Für unsere Demokratie. Damit die Wirtschaft zum Gemeinwohl beiträgt. Damit wir und unsere Kinder in Frieden und Gesundheit leben und uns phantastische neue Dinge erdenken.

Wir müssen diesen wunderbaren Beruf aber weiter entwickeln. Und unsere Aufgaben. Deshalb rufe ich zur Blogparade „Weiterbildung im Journalismus“ auf.

Nichts bleibt wie es ist…

…und das war im Journalismus schon immer so. Als ich mit dem Job anfing, da gab es Betamax und Video2000 als Aufzeichnungsmedien und es wurde noch im Aktuellen mit Film gedreht. Im Radio lernte ich Senkel schneiden und hab noch Kilometerweise Rot-Weiß und Gelbband von ORWO im Keller. 1992 hab ich mir für 40.000 D-Mark einen Schnittcomputer von Apple mit einer Erweiterung von Studer-Revox gekauft, die die Arbeitsgeschwindigkeit vervielfachte und Kurierboten mit den Bobbys zu den Sendern geschickt.

DAT, DV-Band, Chip-Speicher, Dropbox. Kein Jahr in dem nicht alles neu war. Und nicht nur die Technik. Auch die Erzählweise der Inhalte: Emotionalisierung, Personifikation, modernes Storytelling sind solche Stichworte.

Der Medienwandel geht weiter als zuvor

Doch jetzt geht der Wandel weiter als je zuvor. Die Medien verändern ihre Rollen. Bekannte Marken und Medienhäuser verlieren ihre Bedeutung. Sogar die Mediengattungen wie TV, Radio, Zeitung verschwinden komplett aus dem Blickfeld, vor allem beim jungen Publikum. Das können wir beklagen oder uns bewegen und dem Publikum unsere Arbeit in neuer Darstellungsform anbieten. Dafür müssen wir aber ständig weiter lernen. Ob noch im Studium, als Jungredakteur, als Freier, als etablierter Shootingstar oder Altredakteur kurz vor der Rente.

Ohne Weiterbildung geht nichts mehr. Ständig. Wie haltet Ihr das mit dem Lernen und der regelmäßigen Weiterbildung? Was denken Eure Kollegen? Sollte man Neueinsteiger ermutigen Journalist zu werden? Müssen wir unser Publikum schulen?

Blogparade Weiterbildung im Journalismus

Macht mit bei der Blogparade „Weiterbildung im Journalismus“, angeregt von Timo Stoppacher und seinem Blogpost auf Fit für Journalismus (am 3.1.2014)

Wir wissen jetzt ziemlich viel darüber, was Journalisten lernen müssen. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie wir Journalisten dazu bringen, zu lernen. Das wäre vielleicht etwas für eine weitere Blogparade… Im Ernst, mein Appell an alle Kolleginnen und Kollegen, sich nicht nur weiterzubilden, sondern ihr Wissen auch weiterzugeben.

Was ist eine Blogparade?

eine Blog-Parade ist die Aufforderung an Euch, in den nächsten 4 Wochen in die Diskussion einzutreten, Eure Positionen darzustellen und mich über die Veröffentlichung zu benachrichtigen. Näheres im zweiten Kommentar.

  • Wie haltet ihr es also mit der Weiterbildung?
  • Nehmt ihr Euch Zeit für Weiterbildung?
  • Was ist es Euch wert? Seid ihr bereit dafür zu bezahlen?
  • Muss sie unmittelbar für die aktuelle Beschäftigung nützlich sein?
  • Welche Qualifikationen fehlen Euch?
  • Müssen wir die Themen wechseln, lernen positiv zu berichten?
  • Probiert ihr selbst einfach aus? Seid Ihr vorbereitet zu scheitern?
  • Helfen Veranstaltungen und Netzwerke bei der Berufsbildung?

Netzwerk für Journalisten und Kreative

Ich werde in diesem Jahr verschiedene Kurse und Vorlesungen in unterschiedlichen Einrichtungen machen. Aber eines liegt mir besonders am Herzen. Ich will in NRW, zunächst im Ruhrgebiet, ein Netzwerk für Journalisten und andere Kreative aufbauen – mit Unterstützung der LfM. Bei diesen Treffen kann man unglaubliche Menschen, überraschende Ideen und tolle journalistische Produkte kennen lernen. Und man kann andere finden, mit denen man zusammen Neues schaffen kann. Dazu lade ich Euch jetzt schon ein, daran mitzuarbeiten. Wer mitmachen mag, den nehme ich gerne mit.

So wie immer – war gestern…Wie immer war gestern

 

Bisher eingegangene Beiträge:

Stanley Vitte:  Lernt Eure Leser, Hörer, Zuschauer besser kennen.

 

Habt ihr keinen eigenen Blog? Dann schreibt Euren Beitrag hier in die Kommentare. Bitte fügt am Ende das Wort EINVERSTANDEN hinzu, falls ihr der Übertragung der Verwertungsrechte an Eurem Text für eine weitere Veröffentlichung  zustimmen möchtet. Dann könnte ich alle gekennzeichneten Texte ohne Rückfrage ggfs. zu einer Sammlung, eBook o.ä. hinzufügen. Alternativ könnt ihr das natürlich aus ausgeschrieben formulieren.

4 Gedanken zu „Beweglich bleiben – Blogparade Weiterbildung im Journalismus“

  1. Lieber Kai Rüsberg,
    Schöner Text, gute und wichtige Idee – aber ich steh auf der Leitung und verstehe das Prinzip „Blockparade“ nicht: Wo finde ich die laufende Diskussion, wo lese ich Kommentare?

    1. Mein Fehler, hätte ich erläutern sollen:

      Was ist ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade? (frei nach http://blog-parade.de/faq/)

      eine Blog-Parade ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein Blog-Betreiber als Veranstalter ein bestimmtes Thema festlegt, dieses als Blog-Beitrag veröffentlicht und die lesenden Blogger dazu auffordert, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums (üblich ist ein Zeitraum von 1-4 Wochen) einen Artikel zu diesem Thema im jeweils eigenen Blog zu veröffentlichen und den Veranstalter entsprechend über die Veröffentlichung zu benachrichtigen.
      Spätestens nach dem Ablauf des vorgegebenen Zeitraums listet der Veranstalter in einem neuen Blogbeitrag alle eingereichten Artikel und kommentiert diese entsprechend, fasst diese zusammen und/oder vergibt z.B. Prämien für die besten oder etwa originellsten Artikel. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

      Wer keinen Blog hat, kann seinen Beitrag hier in die Kommentare schreiben (oder mir zusenden: ruhrnalist@gmail.com)

  2. und was bedeutet das?
    Bitte fügt das Wort EINVERSTANDEN hinzu, falls ihr der Übertragung der Verwertungsrechte an Eurem Text für eine weitere Veröffentlichung (wie eine Sammlung, zum Beispiel als eBook) zustimmen möchtet…..

    1. Damit will ich darum bitten, mir die Übertragung der Verwertungsrechte an Eurem Text für eine weitere Veröffentlichung einzuräumen, die ich brauche, wenn ich ihn erneut veröffentliche. Dann könnte ich alle gekennzeichneten Texte ohne Rückfrage ggfs. zu einer Sammlung, eBook o.ä. hinzufügen. Alternativ könnt ihr das natürlich aus ausgeschrieben formulieren oder einfach sein lassen (dann bleiben die Verwertungsrechte allein bei Euch und ich kann ihn nicht so einfach weiter veröffentlichen). Das spart einfach eine weitere Rückfrage.

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