Augostino auf dem Bett

Muwimbi will nicht sterben

Muwimbi ist ein kleiner Ort im Hochland, mitten in Tansania. Noch leben hier fast alle der 2000 Einwohner von ihrer eigenen Scholle. Sie bewirtschaften ihr eigenes Land und leben von ihrer Ernte.

Copyright Google Maps.
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Muwimbi könnte ein Ort für eine bessere Zukunft sein, denn es liegt in einem Gebiet, dass die tansanische Regierung ausgesucht hat, um dort Innovationen in der Landwirtschaft einzuführen.

Diese Initiative wird unterstützt von der „Neuen Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika“. Diese hat Barrack Obama und mit ihm Angela Merkel und die anderen G8 Staaten vor 3 Jahren ausgerufen.

© Maurice Ressel/MISEREOR
Der Zaun versperrt den Weg © Maurice Ressel/MISEREOR

Doch in der Folge der Umsetzung dieses Ernährungs-programms, fürchten die Menschen in Muwimbi nun ums Überleben. Ihnen wird der Platz genommen, um ihre Nahrung anzubauen. Ihnen wird das Wasser abgegraben, um ihre Felder zu bewässern, ihnen wird das Land abgezäunt, um Feuerholz, Waldfrüchte oder Naturmedizin zu sammeln und ihren Kindern wird der Weg zur Schule versperrt.

Augostino ist allein
Augustino hat schon 2 Söhne ziehen lassen müssen

Nun flüchten die ersten Menschen aus diesen Orten. Augustino ist einer der ersten Betroffenen. Als Kleinbauer hat er es schwer zu überleben. Jetzt kamen die Vermesser auf sein kleines Feld und haben Grenzsteine gesetzt. Bald soll der größte Teil seiner Anpflanzungen hinter einem Zaun verschwinden, den ein großer Investor um sein neues Grundstück ziehen läßt. Der will dort die moderne Landwirtschaft im Plantagenstil einführen, wie sie von der „Neuen Allianz“ unterstützt wird.

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Hier soll ein Zaun seine Felder teilen.

Seitdem hat Augustino
die Angst ergriffen.

Die Angst vor dem Hunger, davor, seine 7 köpfige Familie nicht mehr ernähren zu können. Zwei seiner Söhne haben sich schon aufgemacht, ihr Glück in der Hauptstadt Dodoma zu suchen. Was sie dort machen, weiß er nicht. Er hat den Kontakt verloren. Sie arbeiten als Hausboy bei Reichen oder bedienen in einer Bar, erzählt er. Um allein auf der Straße zu überleben, werden die Jugendlichen alles tun, fürchtet er insgeheim. Gut möglich, dass sie sich irgendwann auch auf den Weg nach Europa machen, wenn sich die Chance für sie bietet.

Doch wie viele Hausboys und Bar-Bedienungen braucht man in Tansania, wenn es mehr Jugendliche werden, die der Hoffnungslosigkeit entfliehen wollen? Werden sie dann weiter ziehen nach Europa?

 

© Maurice Ressel/MISEREOR
Ernte, Leben, Hoffnung © Maurice Ressel/MISEREOR

Dies ist ein kleiner Vorgeschmack auf meine geplanten Berichte über meine Recherchen in #Tanzania.

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2 Gedanken zu „Muwimbi will nicht sterben“

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